Virales Video: Vorsicht, ansteckend!

Ein Video, das sich wie ein Lauffeuer über Social Media verbreitet, ist die Internet-Version eines Lotterie-Hauptgewinns.

Was macht ein Virales Video ansteckend?

Niemand weiß es genau. Könnte man Publikumserfolge am Reißbrett planen, käme auch aus Hollywood eine ununterbrochene Reihe von Kassenschlagern und niemals ein Flop.

Glück und Zeitgeist sind keine exakten Wissenschaften.

Welche Rezepte bewähren sich? Emotionale, positive Inhalte schaffen es nach oben. Inspirierende Geschichten über Menschen sind gefragt – und Themen, die auf Loyalität und soziales Engagement abzielen. Wer die Sprache seiner Zielgruppe spricht, verbreitet seine Botschaft effizienter. Videos mit „aktuellem Aufhänger“, etwa Parodien zu Themen aus der Popkultur oder den Nachrichten, sprechen sich rascher in sozialen Medien herum.

Nichts geht über Kinder und niedliche Katzen!

 

Die allgemeine Aufmerksamkeitsspanne wird kürzer und kürzer.

Eine Umfrage der New York Times zufolge verlassen 19 Prozent der You-Tube-Seher ein Video bereits nach zehn Sekunden. Und binnen nur einer Minute verlieren die meisten Videos 44 Prozent des Publikums. Zum Mitschreiben: Fast die Hälfte der Zuschauer ist nach einer Minute weg! Deshalb gehört das Interessanteste, Lustigste und Überraschendste grundsätzlich an den Anfang. Sich „das Beste für den Schluss aufheben“ mag beim Essen funktionieren, aber nicht in viralen Videos.

Auch Produkte und Dienstleistungen lassen sich mit ansteckenden Videos auf raffinierte Weise hypen, um neue Käuferschichten zu erschließen. Im besten Fall wird daraus ein Phänomen namens „virales Marketing“.

 

Virales Marketing für Bestseller

Ein gutes Beispiel kommt aus Kanada: Die Videos zur Promotion von Douglas Couplands Roman The Gum Thief wurden mehrfach prämiert und haben hunderttausende Leser erreicht. Couplands Werbeagentur musste keinen Finger rühren und keinen Dollar investieren – abgesehen von den Produktionskosten des Videos.

Die Szene spielt übrigens in einem Handwerkermarkt, weil Couplands Romanheld Roger Thorpe im US-Heimwerker-Paradies „Staples“ arbeitet. Was ist daran so faszinierend? Dass ein erfolgreicher Werbemechanismus einmal nicht mit viel Geld geölt wurde, sondern nur durch eine originell umgesetzte Idee.

Ansteckende Videos sind gesund – für Ihr Werbebudget!

Video zum Neugierigwerden →

 

gugganig
Roland Gugganig begann als Moderator des „Ö3-Weckers“, schrieb zahlreiche TV-Specials für den ORF und zeichnet als Co-Autor mehrerer europäischer Spielfilme. Seine Arbeit wurde mit dem Fernsehpreis „Romy“ und der „World Medal“ der New York Festivals ausgezeichnet. Portfolio ansehen →